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    Informationen

    Atommülldeponie Harrislee?

    Beim Rückbau der AKW in Schleswig­-Holstein entstehen insgesamt mehr als eine Million Tonnen Müll (AKW Brunsbüttel z.B. geschätzt 300.000 t). Diese Abfälle sind zum Teil radioaktiv belastet, kontaminiert oder aktiviert. Nach deutschem Atomrecht und der darin enthaltenen Strahlenschutzverordnung werden radioaktive Abfälle, die unterhalb der Grenzwerte der Kategorien schwach-­, mittel­- und hochradioaktiv liegen, nicht gesondert endgelagert, sondern nach einer sogenannten "Freimessung" über die ganz normale Abfallwirtschaft entsorgt - anstelle des Atomrechts tritt dann das Abfallwirtschaftsrecht. Das heißt, die Abfälle werden recycelt, verbrannt oder deponiert. 

     

    Das zuständige Landesministerium (MELUR) unter Herrn Dr. Habeck hat 7 Deponien in Schleswig­-Holstein benannt, die den gesetzlichen Anforderungen zur Deponierung entsprechen. Denn insbesondere für Abfälle, die oberhalb der Grenzwerte für eine uneingeschränkte Freigabe liegen (sogenannte "eingeschränkte Freigabe"), muss vor der Entlassung aus dem Atomrecht der Entsorgungsweg geregelt sein. Eine dieser Deponien ist die Deponie Balzersen im Mühlenweg in Harrislee. Die AKW-Abfälle werden, so sieht es die aktuelle Gesetzeslage vor, trotz vorhandener Radioaktivität wie konventioneller Abfall behandelt. Rechtlich handelt es sich nicht um Atommüll - physikalisch schon.

    Es betrifft: Sie!

    Kann ich mich vor der Strahlenbelastung schützen, wenn ich mich nach der Einlagerung nicht in unmittelbarer Nähe der Deponie aufhalte? Nein! Nicht allein die Aufnahme ionisierender Strahlung über die Haut stellt einen Risikofaktor dar. Es besteht das Risiko, dass radioaktive Partikel über die Luft verteilt werden. Bei in dieser Region vorherrschenden Westwinden sind in erster Linie die Gemeinde Harrislee und das Stadtgebiet Flensburg betroffen. Atmen wir diese radioaktiven Partikel ein oder nehmen sie mit der Nahrung auf (beispielsweise über den Salat aus dem Garten), können sie vom Körper nicht mehr abgebaut werden und gesundheitliche Schäden anrichten. Aufgrund der ungleichmäßigen Verteilung kann auch eine punktuelle Strahlenmessung in den betroffenen Regionen keinen Aufschluss darüber geben, wie hoch das Risiko einer individuellen Aufnahme durch Mund und Nase ist. Auch eine Kontamination des Grundwassers ist nicht auszuschließen.

    "Freigemessen" bedeutet nicht frei von Radioaktivität!

    Jegliche Form radioaktiver Strahlung geht einher mit einem erhöhten Risiko für Mensch und Umwelt. Dieses Risiko ist bei standortnahem Einschluss stillgelegter Atomanlagen bzw. einer sicheren Deponierung ohne Staubbildung und Grundwassergefährdung vermeidbar.
    Die Höhe eines Strahlungsgrenzwertes (z.B. "10 Mikrosievert-Konzept") ist ein Maß für die in Kauf genommene statistische Anzahl von strahlungsbedingten Krankheits- und Todesfällen. Die Festlegung solcher Grenzwerte ist eine Abwägung von wirtschaftlichen gegenüber gesundheitlichen Kriterien. Sie widersprechen dem gültigen Vorsorgegebot (§6 Strahlenschutzverordnung) sowie medizinischen Studien zur Auswirkung von Niedrigstrahlung.