Fragen + Antworten

Ein schneller Überblick

Für den schnellen Einstieg, hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Atomschutt".

Radioaktiv oder nicht-radioaktiv: Um welche Abfälle geht es?


Rechtsnorm vs. Physik: Eine Frage der Definition Der größte Teil der Abfälle, die beim Abriss einer Atomanlage anfallen, ist nicht radioaktiv kontaminiert und könnte ohne radiologische Bedenken recycelt, verbrannt oder auf konventionelle Bauschutt-Deponien verbracht werden. Gebäudekomplexe, in denen nachweislich nie mit radioaktiven Stoffen hantiert wurde, sind nicht das Problem in der AKW-Bauschutt-Debatte. Anders verhält sich die Sache jedoch bei Abrissmaterial, das aus dem direkten Reaktorumfeld stammt wie etwa die Überreste des Abklingbeckens, Leitungen oder Rohre. Im Reaktor- respektive Kontrollbereich fallen große Mengen an Material an, das durch den Betrieb der Atomanlage mit radioaktiven Stoffen kontaminiert oder aktiviert wurde. Das Atomgesetz lässt zu, dass die AKW-Betreiber diese leicht radioaktiven Abfälle über die konventionelle Abfallwirtschaft beseitigen, sofern bestimmte Aktivitäten und Mengen pro Jahr nicht überschritten werden. Der Gesetzgeber betrachtet radioaktive Abfälle als "nicht-radioaktiv", sobald er sie aus der atomrechtlichen Überwachung entlässt. Daher kommt es, dass zuständige Minister*innen behaupten können, die zur Deponierung freigegebenen Abfälle aus dem AKW-Abriss seien nicht radioaktiv - selbst wenn messtechnisch nachgewiesen ist, dass es sich um radioaktives Material handelt . "Nicht-Radioaktiv" gibt hier den rechtlichen Status wieder und bedeutet nur, dass die Abfälle nicht mehr in die Zuständigkeit des Atomrechts fallen. Deklariert der AKW-Betreiber bei einer Abfallcharge Strahlenmesswerte unterhalb der vorgegebenen Grenzwerte (Becquerel), entlässt die zuständige Atomaufsichtsbehörde das Material aus der staatlichen Überwachung. Dieser bürokratische Akt, bei dem der AKW-Betrieber der Behörde lediglich die von ihm erfassten Messwerte vorlegt, heißt Freigabe. Aus Atommüll wird Hausmüll. Wertstoffe werden recycelt und landen wieder im Wirtschaftskreislauf, brennbare Stoffe enden in Müllverbrennungsanlagen und nicht-recycelbare oder aufgrund von zu hoher Strahlung für das Recycling ungenehmigte Stoffe (§ 36 StrlSchV - "Spezifische Freigabe") könnten auf Deponien wie der Deponie Balzersen in Harrislee entsorgt werden.




Welche Mengen fallen beim AKW-Abriss in Schleswig-Holstein an?


Die Planungen des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums (MELUND) betreffen die vier Atomkraftanlagen in Schleswig­-Holstein: - AKW Brokdorf (655.000 t Rohmasse) - AKW Brunsbüttel (300.000 t Rohmasse) - AKW Krümmel (541.000 t Rohmasse) - Forschungsreaktor Helmholtz-Zentrum Geesthacht (GKSS) (35.000 t Rohmasse) Gemäß den Angaben des MELUND geht es insgesamt um ca. 50.000 Tonnen Müll, der aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen auf Deponien eingelagert werden soll. Da der Rückbau sich erst in der Anfangsphase befindet, handelt es sich hierbei um sehr grobe Schätzungen. Das MELUND ist bislang nicht in der Lage, genaue Auskunft darüber zu geben, wie groß die Menge aus der "Spezifischen Freigabe" sein wird. Dieses Material wird den größten Anteil bei der Deponierung darstellen und weist die im Vergleich höchsten Strahlungswerte auf. Eine Schätzung der Massen allein aus dem AKW Brunsbüttel ist hier beispielhaft gezeigt: Die Abfälle sollen gleichmäßig auf die derzeit 5 (vormals 7) infrage kommenden Deponien verteilt werden.
Die sich aus weiteren Rückbaumaßnahmen in anderen Bundesländern ergebende Situation bleibt hiervon unberührt. Das heißt, es ist theoretisch möglich, dass auch aus anderen Bundesländern AKW­-Müll in Harrislee eingelagert wird. Gleichzeitig sollten wir nicht vergessen, dass nicht nur der Deponiemüll bei uns landet. Der insgesamt größte Teil der AKW­-Rückbaumasse wird wiederverwertet und könnte, ohne dass wir es wissen, bspw. in Metallen in Form von Alltagsgegenständen wie Kochgeschirr, Heizkörper oder Zahnersatz in unser Alltagsleben eintreten (§ 35 StrlSchV - "Uneingeschränkte Freigabe"). Recycelbarer Bauschutt könnte bspw. als Befestigungsgrund im Straßenbau, auf Sportplätzen oder im eigenen Garten wiederverwertet werden. Deutschlandweit geht es um mehrere Millionen Tonnen Abfall aus dem Rückbau von Atomkraftwerken und kerntechnischen Forschungsanlagen.




Was heißt das: 'Freimessen' und 'Freigabe'?


Freimessen bezeichnet den messtechnischen Nachweis zur Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte. Um diese zu erreichen, bearbeiten Dekontaminationstrupps radioaktives Material durch mechanische Verfahren wie Fräsen, Ätzen und Schrubben. Haben die Materialien Grenzwertniveau erreicht, reicht der AKW-Betreiber den von ihm vorgenommenen messtechnischen Nachweis bei der Landes-Atomaufsichtsbehöre ein. Entsprechen die Angaben den Vorgaben der Strahlenschutzverordnung (§§ 31-42, StrlSchV), entlässt die Behörde die Abfälle aus der atomrechtlichen Überwachung. Damit ist das Material rein rechtlich betrachtet nicht mehr "radioaktiv" - aus Atommüll wird Hausmüll. Dieser bürokratische Vorgang heißt "Freigabe". Nach der Freigabe gelten für die weitere Behandlung der Abfälle fortan die Bestimmungen des Kreislaufwirtschaftsrechts. Wichtig: "Freigemessen" und "Freigegeben" bedeutet nicht, dass das Material frei von Radioaktivität ist - es ist lediglich sodann frei von Überwachung. Die Freigabe ist ein Verwaltungsakt, der die physikalisch vorhandene Radioaktivität eines Stoffes und die von ihm ausgehende Gefahr unkenntlich macht. Formen der Freigabe (§ 35 ff; StrlSchV): a) Uneingeschränkte Freigabe: Alle Abfälle die aus dem Kontrollbereich einer Atomanlage stammen, müssen laut Strahlenschutzverordnung freigemessen werden. Sofern sie festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten, erfolgt die Freigabe. Uneingeschränkt freigegebene Abfälle werden nicht weiter registriert, kontrolliert oder verfolgt. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wo die Abfälle landen. Sie werden abhängig von ihrer stofflichen Beschaffenheit recycelt, verbrannt oder deponiert. Die uneingeschränkte Freigabe umfasst sowohl radioaktiv belastetes als auch unbelastetes Material. Die Grenzwerte für die uneingeschränkte Freigabe sind vergleichsweise niedrig, da das Material aber völlig unkontrolliert verteilt wird und deutschlandweit große Mengen anfallen, besteht die Gefahr, dass sich Hotspots bilden und die Radioaktivität sich in der Umwelt anreichert. b) Spezifische Freigabe: Ist das Radioaktivitätsniveau für eine uneingeschränkte Freigabe überschritten, können die Abfälle dennoch aus dem Atomrecht entlassen und über die Abfallwirtschaft beseitigt werden. Sie unterliegen jedoch bestimmten Einschränkungen. Die Strahlenschutzverordnung gibt in diesem Fall den Beseitigungsweg vor. Bauschutt etwa, der nach Abfallrecht eigentlich recycelt werden müsste, muss gemäß den Strahlenschutzbestimmungen stattdessen auf Deponien verbracht werden. Der AKW-Betreiber muss im Zuge der Freigabe angeben, wo die Abfälle beseitigt werden, da die jährlich zulässigen Mengen Beschränkungen unterliegen. Von "harmlosen" Abfällen kann hier keineswegs die Rede sein. Als 2001 unter der rot-grünen Regierungskoalition der erste deutsche Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen wurde, gab es im Rahmen der gesetzlichen Regelung einige Zugeständnisse an die Kraftwerksbetreiber. Auch 2011, als der Atomausstieg erneut beschlossen wurde, gab es weitere Lockerungen hinsichtlich der Entsorgung der Rückbaumasse. Die Kosten des Ausstiegs sollten für die Energiekonzerne möglichst niedrig gehalten werden. “In die Abwägung zur Festlegung entsprechender Vorsorgewerte fließen neben den in erster Linie zu berücksichtigenden Erkenntnissen der Risikobewertung zur Wirkung niedriger Strahlendosen auf Mensch und Umwelt auch Überlegungen der Risikoakzeptanz ein. Dabei müssen auch wirtschaftliche Erwägungen, z.B. die Kosten einer Endlagerentsorgung, einbezogen werden“.
(Quelle: Bundesumwelt-Ministerium 2001)
Entsprechend wurde die Freigaberegelung modifiziert. Die Festlegung der Grenzwerte erfolgte nicht etwa auf einer medizinischen oder physikalischen Grundlage, denn diese existiert nicht. Die Strahlendosisgrenzwerte wurden somit in Abwägung von wirtschaftlichen gegenüber gesundheitlichen Kriterien bestimmt. Bei der Betrachtung der im Atomgesetz verankerten Bestimmungen, wie(bspw. fehlende unabhängige Kontrolle der Grenzwerteinhaltung, Entscheidungsfreiheit des Betreibers bezüglich des Rückbauzeitpunktes, Genehmigung der Freimessverfahren, Anhebung verschiedener Grenzwerte, entsteht der Eindruck, dass die wirtschaftlichen Interessen der AKW-Betreiber weitaus höher gewichtet wurden als der Gesundheitsschutz für die Bevölkerung.
Entsprechend steht die Freigaberegelung im Widerspruch zu § 8 des Strahlenschutzgesetzes, in dem es unter Absatz 2 heißt: § 8 Vermeidung unnötiger Strahlenexposition und Dosisreduzierung [...] (2) Wer eine Tätigkeit plant, ausübt oder ausüben lässt, ist verpflichtet, jede Exposition oder Kontamination von Mensch und Umwelt auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten. [...].




Wer misst denn da eigentlich?


Die "Messungen" werden vom AKW-Betreiber selbst auf der hauseigenen Messanlage durchgeführt und nicht kontinuierlich durch unabhängige Dritte überwacht oder kontrolliert. Bei einigen Stoffen sind außerdem Stichprobenverfahren zulässig, bei anderen reicht sogar eine betriebshistorische Einschätzung als Freigabegrundlage. Das anschließende Freigabeverfahren ist ein bürokratischer Verwaltungsakt, der dem AKW-Betreiber nicht viel mehr als die Deklaration und eine mengen- und wertmäßige Buchführung abverlangt. Es sind keine weiteren Messungen als die, die der Betreiber selbst vornimmt, vorgeschrieben. Es gibt demnach keine Rechtsgrundlage für die Durchsetzung einer umfassenden Prüfung (z.B. 4-Augen-Prinzip) zur Einhaltung der Freimessungsgrenzen. Gemessen wird zudem lediglich die Gamma-Strahlung von Material in einer Freimesskammer. Diese Strahlungswerte werden leider Nuklid-unabhängig erfasst, da alles andere aufwändige Laboruntersuchungen notwendig machen würde. Über einen vorher vom AKW-Betreiber ermittelten sogenannten Nuklidvektor wird dann auf Basis von einem oder einigen wenigen Leitnukliden eine Strahlenbelastung durch die möglicherweise in dem nun behandelten Material vorhandenen weiteren Nuklide und deren angenommene prozentuale Verteilung berechnet. Grundlage für die Festlegung des Nuklidvektors sollen Stichproben von AKW-Rückbaumaterial sein, deren Nuklidanteile und Aktivität zuvor labortechnisch ermittelt wurde.




Wie bedenklich ist die zusätzliche Strahlenbelastung?


Zwischen Dosis und Wirkung ionisierender Strahlung beim Menschen besteht ein linearer Zusammenhang. Entsprechend gilt: Die Anzahl der strahlenindizierten Erkrankungs- und Todesfälle steigt mit der Höhe der Strahlenbelastung. Einen Schwellenwert, ab wann Strahlung schädlich ist, gibt es nicht. Jede Strahlung ist schädlich und kann Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen auslösen oder Erbgutschäden verursachen. Strahlendosisgrenzwerte geben keine Auskunft darüber, ab wann Strahlung für den Menschen gesundheitsbedenklich ist.
Ein Grenzwert verrät uns lediglich die statistische Anzahl von strahlenverursachten Krankheits- und Todesfällen, die wir als Gesellschaft bereit sind in Kauf zu nehmen. Denn dies ist der statistische Wert, anhand dessen die Festlegung von Grenzwerten vorgenommen wird.




Was steckt hinter dem 10-Mikrosievert-Konzept?


Kritiker bezeichenen das 10-Mikro-Sievert-Konzept als Mogelpackung. Es sei nicht geeignet, die tatsächliche Strahlenbelastung zu bewerten, wohl aber das Müllproblem der AKW-Betreiber für 97% der Rückbaumasse kostengünstig zu lösen. Es wird kritisiert, dass die 10-Mikro-Sievert-Grenze veraltet sei und von falschen Annahmen ausgehe. Die Strahlenbelastung sei bei Anwendung dieses Konzepts um ein Vielfaches höher als vermutet. Auch seien keine Aussagen zur Kollektivdosis ableitbar. Ein weiteres Argument gegen das 10-Mikro-Sievert-Konzept ist, dass die Gefahren der Niedrigstrahlung bislang unterschätzt wurden. Aktuelle Studien belegen dies. Auch werde nicht berücksichtigt, dass durch die Freigaberegelung zeitnah mehrer Millionen Tonnen radioaktiven Materials freigesetzt und flächendeckend verteilt werde. Die Belastung durch ein AKW im Normalbetrieb wird mit einem Wert unter 10 Mikro-Sievert angegeben (Angabe z.B. Deutsches Atomforum e.V., 2008). Gleichzeitig ist die Kinderkrebsrate, dies belegt die KIKK-Studie aus 2007, im Umkreis von Kernkraftanlagen signifikant erhöht. Kann vor diesem Hintergrund eine Strahlenbelastung von bis zu 10 Mikro-Sievert pro Person pro Jahr durch die Deponierung der AKW-Abfälle als zumutbar bezeichnet werden? Die NDR-Dokumentation "Die Atomlüge" aus dem Jahr 2010 beschreibt deutlich die Ergebnisse der KiKK-Studie, die von der Atomwirtschaft gern heruntergeredet werden. Von Minute 7:58 bis 13:00 zeigt Eberhard Greiser auf, dass sogar bis zu einem Umkreis von 50 km um AKW die erhöhte Kinderkrebsrate nachweisbar ist: Andere mögliche Gründe: Fehlanzeige.




Gibt es mehr Sicherheit versprechende Lagerungsalternativen?


In Frankreich ist die Freigabe gering radioaktiver Abfälle nur in Ausnahmefällen, in der Regel bei erneuter kerntechnischer Verwendung, zulässig. Eine Wiederverwertung von Materialien in Konsumprodukten oder Baustoffen ist ausgeschlossen. AKW-Abfälle müssen auch bei Stilllegung über einen Sonderweg endgelagert werden und dürfen nicht über die konventionelle Abfallwirtschaft entsorgt werden. In Frankreich wurde neben der Unterscheidung zwischen hoch-, mittel- und schwachradioaktiven Abfällen die Kategorie 'sehr schwach radioaktive Abfälle' eingeführt. Für diese Abfälle wurde ein eigenes Entsorgungskonzept geschaffen. Demnach werden Abfälle dieser vierten Kategorie in Behältnisse zur Verhinderung von Partikelflug und vor allem rückholbar in oberflächennahen Endlagern gelagert. Es handelt sich bei diesen Abfällen in erster Linie um Bauschutt aus dem AKW-Rückbau. Die gelagerten Abfälle werden weiterhin atomrechtlich überwacht. Die sicherheitstechnischen Anforderungen sind geringer als bei der Lagerung mittel- und schwachradioaktiver Abfälle. Aus Strahlenschutzgründen wäre diese Lösung einer Entsorgung radioaktiver Abfälle über die Abfallwirtschaft vorzuziehen. Beispiele alternativer Lagerungskonzepte für gering radioaktive Abfälle a) Lagerung im entkernten AKW-Gebäude
Hoch-, mittel- und schwachradioaktive Komponenten werden entfernt. Die Gebäude werden stehengelassen. Beim Abbau der Atomanlage angefallene gering radioaktive Abfälle werden konditioniert und in korrosionsbeständige Behälter verpackt. Die Gebäude werden, mit Ausnahme eines Zugangs zur Begehung, nach außen isoliert und atomrechtlich überwacht. Ein Wiederanfahren des Atomkraftwerks ist nach der Entkernung nicht mehr möglich. Aufrechterhaltung für 100-150 Jahre – dann erneute Prüfung. b) Vollständiger Abbau mit Bunker
Vollständiger Rückbau des Atomkraftwerkes. Alle abgebauten und beim Abbau anfallenden gering radioaktiven Materialien werden abfalltechnisch konditioniert und in korrosionsbeständige Behälter verpackt. An geeigneter Stelle wird ein robustes Bauwerk (Bunker) neu errichtet. Nach Einlagerung der Abfallgebinde wird das Gebäude hermetisch verschlossen und atomrechtlich überwacht. Aufrechterhaltung für mehrere hundert Jahre. Alternativkonzept bei begründetem Ausschluss von a) oder b): Oberflächennahes L ager für gering radioaktive Abfälle Entwicklung eines Lagerungskonzeptes in Anlehnung an die Architektur des Lagers für gering radioaktive Abfälle in Morvelliers in Frankreich. Gering radioaktive Abfälle werden konditioniert, in korrosionsbeständige Behälter verpackt und zum Lager transportiert. Die Abfallgebinde werden rückholbar eingelagert und die Einlagerungsbereiche teilverschlossen. Das Lager wird atomrechtlich überwacht. Zur Vermeidung von Transporten radioaktiver Abfälle ist eine Lagerung am AKW-Standort vorzuziehen.




Weiterführende Antworten in Film und Broschüre


Die ZDF-Dokumentation "Atomarer Rückbau: Neuer Stress mit alten Atomkraftwerken" aus der Reihe "planet-e" fasst in 30 Minuten zusammen, welche Themenbereiche beim AKW-Abriss genauer betrachtet werden sollten, welche Interessenkonflikte aufeinander treffen und auf welche Widerstände und Hindernisse die Beteiligten auf beiden Seiten stoßen. Ausführlich zusammengefasst und dennoch zügig verinnerlicht ist unsere Broschüre mit dem Titel:
"versteckt - verteilt - verharmlost - AKW-Abriss: Wie uns Atomindustrie und Politik ihren radioaktiven Müll unterjubeln"
Sie steht hier als PDF-Dokument neben weiteren Info-Materialien kostenlos zum Download bereit. Druckexemplare können ebenfalls kostenlos bei bei der Organisation "ausgestrahlt" in Hamburg bestellt werden.




Wie bewertet die Ärzteschaft das Strahlenrisiko durch die Freigabe-Praxis?


Der Deutsche Ärztetag hat sich 2017 klar und deutlich gegen die Freigabe, also die Entlassung radioaktiver AKW-Abrissmaterialien aus dem Atomrecht mit der Verschiebung ins Kreislaufwirtschaftsrecht ausgesprochen. Die Ärztevereinigung IPPNW, Ärzte gegen den Atomkrieg und in sozialer Verantwortung e.V. sowie die Ärztekammer Baden-Württemberg haben ebenfalls eindeutig Stellung bezogen. Zusammen fordern sie alternative Lagerungsoptionen für den Verbleib von AKW-Rückbau-Schrott. Dies gilt neben der Deponierung vor allem auch für das Millionen Tonnen schwere Recycling des geringstrahlenden Mülls. Die Umweltministerien und deren Minister der Bundesländer, vor allem Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, versuchen diesen Entschluss immer wieder als "wissenschaftlich nicht haltbar" darzustellen. Richtig ist: Dieser Entschluss ist nach wie vor gültig und stand niemals in Frage. Auch die Meinung des ehemaligen Vorstands der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, der den Ministern in ihrer Situation und auf deren Anfrage flugs zur Hilfe kam, ändert daran nichts. Drei ihm gesonnene radiologische Institute lieferten entsprechende Schreiben ab, aus denen er seine gegensätzliche Aussage montierte. Es half ihm nicht, denn auch die Landesärztekammer Baden-Württemberg widerstand diesem Einschüchterungsversuch mehrfach, spätestens nach einem hochkarätig besetzten Fachsymposium zu diesem Thema in Stuttgart im Februar 2018.





Zerlegen radioaktiv belasteter Metallteile beim AKW-Rückbau mit Schweißbrenner und Sauerstoffmaske